Agil ist ein Unternehmen in vier Dimensionen: Tempo, Anpassungsfähigkeit, Kundenorientierung und Einstellungen. Wobei die Geschwindigkeit angesichts immer kürzerer Innovations- und Produktzyklen von wachsender Bedeutung ist. Beim Hightech-Anbieter Apple entscheiden die ersten drei Wochen nach der Markteinführung eines neuen Produkts über den Unternehmenswert am Ende des Börsenjahres. Findet das neue Gerät nach einer definierten Anzahl von Tagen am Markt keine Zustimmung, gehen die Alarmglocken bei der Produktentwicklung an und es werden Sonderschichten gefahren, um binnen weniger Monate ein verbessertes Gerät auf den Markt zubringen. Dabei zielt der Appell „Time to Market“ nicht mehr nur auf das Besetzen von Marktlücken und das schnelle Zurückspielen der Entwicklungskosten. Bei „Time to Market“ kann es heute – und erst recht morgen – um die Existenz des Unternehmens gehen. Unternehmen sind gezwungen, ihre Arbeits- und Organisationsstrukturen dahingehend zu beschleunigen, dass Produkte und Services schneller marktreif werden – ohne an Funktionalität und Qualität zu verlieren.

 

Wer beweglich werden will, weil er muss, sollte den ersten Schritt tun

 

Die Unternehmen wissen oder ahnen zumindest, was auf sie zukommt. Nur eine verschwindend kleine Minderheit von 2,88 % der Teilnehmer hält agile Arbeitsweisen in Zukunft für verzichtbar. Aber 83,65 % der Befragten sagen im Gegenteil „wir müssen“ – und das sind mehr als vier Fünftel. Weitere 13,46 % haben sich noch keine abschließende Meinung gebildet und sagen über die Zukunftstauglichkeit der agilen Arbeit vorsichtig: „Das kann ich noch nicht abschätzen.“ Die Antwort lässt allerdings die Bereitschaft erkennen, sich mit dem Thema zu beschäftigen – das lässt auf Einsicht hoffen. Oder haben sich nur die Ehrlicheren in der Beobachterrolle positioniert? Vergleicht man diese Aussagen mit den Angaben zur Frage nach dem Vorhandensein einer Agilitätsstrategie, fällt der Widerspruch deutlich ins Auge: Vier Fünftel der Befragten hält agile Arbeit für unerlässlich – aber nur gut zwei Fünftel haben sich schon daran gemacht. Selbst bei Berücksichtigung des noch planenden Viertels (24,04 %) wird eine große Lücke zwischen Erkenntnis und entsprechender Handlung erkennbar.

 

Fazit: Wissenschaftler, Organisationsexperten und Managementberater hegen keinen Zweifel daran, dass agile Arbeitsmethoden in Zukunft unverzichtbar sein werden. Diese Ansicht wird von 83,65 % der für diese Untersuchung befragten Leiter Recht und anderen Führungskräften geteilt. Aber nur knapp die Hälfte gibt an, die Einführung agiler Arbeit bereits strategisch geplant zu haben – das ist ein augenfälliger Widerspruch. 13,46 % der Teilnehmer können das Thema noch nicht recht einschätzen. Eine Minderheit von 2,88 % der Befragten halten agile Arbeitsweisen für verzichtbar.